Eine junge Frau sitzt an einem Tisch, wohl in einem Gasthaus, einer Bar, wartet, nimmt das Publikum als weitere Lokalbesucher wahr, spricht unter ihnen einen fremden Mann an, offenbar zufällig und belanglos.
Was möchte sie? Reden, bloß reden? Handelt es sich um eine der vielen einsamen Seelen, die auf nächtlicher Suche nach raschem und unmittelbar wieder verflüchtigendem Abenteuer sind? Hat sie diesen Mann nur zufällig ausgesucht? Bald schon offenbaren ihre Erzählungen besondere Eindrücke, den Vater betreffend, der irgendwann einmal während ihrer Kindheit verändert war, vom stolzen, aufblickanziehendem Vorbild zum hilflosen, kindlich in eine Verpuppung gestürzten Bedürftigen wurde. Aus Vater wurde Kind, das sich vor der Welt und ihren Herausforderungen zu fürchten schien. Schließlich musste er in die Psychiatrie eingeliefert werden.
Eine wunderbare, positiv angeregte Liebesgeschichte zwischen Tochter und Vater, über eines der letzten Tabuthemen unserer Zeit.
Die junge österreichische Autorin Astrid Kohlmeier befasst sich seit einigen Jahren mit dem Phänomen psychischer Erkrankungen, die leider immer noch ein ziemlich unerforschtes Gebiet darstellt. Vor einigen Jahren erarbeitete sie im Auftrag des Landestheaters Schwaben in Memmingen mit Betroffenen ihr erstes Stück zu diesem Thema, das bei den Bayrischen Theatertagen große Aufmerksamkeit erlangte.