Im Klostergarten blühen die Narzissen,
wachen mit erhobenem Kinn
doch mit blindem Auge
vor dem kalten Gemäuer.
Zwischen dem kalten Stein
flüstert der Mönch mit heißer Zunge.
Lässt unter des Menschen Wollust
Gabriel sich in Todesqualen wälzen.
Unter dem dunklen Gewand der Nonne
brennen die entzündeten Wunden.
Tief ins modernde Fleisch
schlug die schwarze Axt der Sünde.
Die Leidenschaft steht dunkel vermummt,
vor des Klosters Tore.
Klopft mit menschlicher Hand
an die hohen Türen einer jeden Kirche.
Stumm tritt sie über die Schwelle,
flüstert in das fromme Ohr
die berauschende Süße
der menschlichen Gelüste.
So tritt die glitzernde Träne
heiß aus Michaels Augen.
Tropft auf die verbrannten Seiten
der heiligen Schrift.
Gott kniet vor der Asche,
Pfeile ragen grotesk
aus Herz und Augen.
Das Blut tropft stumm.
Rafael fliegt mit gebrochenen Flügeln,
fängt den letzten Strom
in geborstenen Kelchen.
Die Vergissmeinicht stehen verwelkt in den Gärten