Elegie der Euphorie
Durch die Wälder strömt es,
Flöten einer mächtigen Musik
sich unter den Ästen, über den Wurzeln ausbreitend.
Und die frohe Kunde mit scharfem Sirren
durch die Schädel tausendfach jagt.
Durch Münder zersprungener Lippen gemurmelt
zieht die Botschaft in Einklang durch den Hain:
Der Feind naht! Der Feind naht!
Den Atem schwängernde Euphorie ebbt,
wird zu eiskalter Angst; die Herzen zerfetzend.
Grauer Himmel bricht entzwei
und schwarzer Regen hagelt totbringend.
Die Worte einstiger jugendlicher Frische
zerreißen in Grauen das seelenlose Getümmel,
überhören den kreischenden Pfiff; das Herz verstummt.
Dunkel schreitet er, die Sense an den Umhang dicht geschmiegt,
sammelt wortlos Seelen gebrochener Träume.
In Scharen standen sie einst, Augen tödlicher Blindheit.
Doch nun umhüllen den zerschlagenen Wald neblige Schleier,
Tränen mütterlicher Augen in sich tragend.
Das junge Brüderchen umfasst tränennass Hände geisterhaften Schattens.