An der Lebensfront konfrontierten sich Krieg und Frieden.
Beidseitiges Augenmerk so kohärent wie ihr Mundeswerk so kontrahent sei.
Welche Gestalt nahmen Krieg und Frieden an?
Gegensächlich standen sie sich gegenüber wie eine figurative Erscheinung einer Kontroverse. Aber was genau haben sie sich wohl zu sagen? Welcher Standpunkt wird verdeutlicht, wenn sie wie Menschen einen Diskurs halten?
Als Bestandteile eines Ganzen,
als Weltphänomen,
erblickten sich zwei Augen und nahmen ihr anderes Selbst wahr.
Der eine sprach: „Was glaubst du, Krieg? Wäre die Welt ohne dich besser dran?“
So widersprach der andere: „Der Frieden allein reicht für das Menschenglück nicht aus.“
„Warum?“, wundert sich der Frieden.
Krieg: „Schlicht und klar muss der Mensch in Bewegung bleiben,
um vom Krieg wegzulaufen,
sich gegen den Krieg zu wehren
und ein Krieg mit sich selbst zu führen.
All dies gründet auf der Tatsache, im Leben stets in Bewegung zu bleiben.
Wer im nie endenden Frieden verdirbt, wird im Schneidersitz verharren!
Der höhere Schritt, aufzustehen, zu gehen und sich durch den Krieg zu bewegen, ermächtigt den Fortgang des Lebens.“
Anschließend fragt der Krieg: „Was meinst du, Frieden? Warum gibt es dich?“
Frieden: „Wer ohne klaren Durchblick in Bewegung eilt, der bleibt im Leben stehen.
Im Leben muss ein Ausgleich durch die Konstante bestehen.
So gleich wie Ruhe, die vergeht, ohne sich zu regen.
So gleich wie eine Unruhe, die geht, weil sie sich regt.
Es resultiere ein harmonischer Ausgleich jener Paradoxie, die zur Einheit fungiert.
Fundamental betrachtet sei der Frieden die Motivation für den allgemeinen Lebenssinn.
In einer kriegerischen Welt ist er von Nöten.“
Der Krieg antwortet: „So schön es klingen mag, begründet es nicht die weltweite
Realität, dass der Mensch den Frieden ersehnt, hingegen aber im
Krieg lebt. Bist du als Frieden wahrlich keine Illusion?“
Der Frieden entgegnet: „Ganz und gar!
Wer den Frieden in allen Lebenszwecken wünscht, selbst im erlebten Krieg, der hoffet auch. Wo Hoffnung besteht, der steht auf und geht. Ohne Hoffnung erlöse sich der Frieden und verwehe mit Unruhe im Schneidersitz. Im Moment wo der Mensch hoffnungsvoll aufstehet und wieder hoffnungsvoll hinsetzet, der erlebet eine wandelnde Konstante, die ihren inneren Antrieb wiederfindet.“
Der Krieg schwieg, so auch der Frieden.
Still blickten sie sich an, so will es der narrative Fortgang.
Folglich konnte festgestellt werden, dass Krieg und Frieden in ihrem Gegensatz ein Ausgleich im Leben symbolisieren.
Sowohl die tiefverwurzelte Selbstfindung im Monolog als auch die tiefverwurzelte Selbstverfremdung im Monolog sollten nicht unterschätzt werden.
Wer dies begreift, wisse, dass sich Krieg und Frieden zeitgleich im Lebenshorizont ineinander finden, obwohl hier nur eine figurative Zweitracht achtet und beachtet.
In jeder Sicht des Lebens.