Lesungen und Podiumsdiskussion: “Warum wir Drachen brauchen” mit Daniel Kehlmann, Felicitas Hoppe und Andreas Fröhlich

Rowohlt
Ekko von Schwichow / schwichow.de
Christian Hartmann

 

Lesung mit anschliessender Podiumsdiskussion: “Warum wir Drachen brauchen”

Mit Daniel Kehlmann, Felicitas Hoppe und Andreas Fröhlich

Moderation: Marco Goetz

16.00 – 16.15 Uhr: Daniel Kehlmann (Foto links)

16.20 – 16.35 Uhr: Felicitas Hoppe

16.40 – 16.55 Uhr: Andreas Fröhlich

17.15 – 18.15 Uhr: Podiumsdiskussion

Hartnäckig hält sich das Gerücht, es gäbe so etwas wie eine realistische Literatur. Eine Literatur, die von unserem wirklichen Leben mit Beziehungs­stress und Ärger mit der Steuer, dem Dauerclinch im Büro, Orgasmusschwierigkeiten und Erektionsproblemem erzählt im Gegen­satz zu all den Märchengeschichten mit Feen und Zauberern, Kämpfen gegen Drachen oder Hexen und den Abenteuern von Hobbits oder Harry Potter, die nichts, aber rein gar nichts mit unserem Alltag zu tun haben, sondern nur eine billige Flucht aus diesem ermöglichen. Eskapismus heißt denn auch der Killervorwurf gegen diese Art von Literatur. Geflissentlich unterschlagen wird dabei jedoch, dass die Flucht aus der Wirklichkeit überhaupt der Urgrund aller Literatur und allen Lesens ist. Wir lesen, weil wir das Bedürfnis haben, von unseren eigenen Lebensumständen, den jeweils opportunen politischen und sozialen Glaubensgewissheiten, der permanenten Nabelschau einmal abzusehen, um nach dem Genuß einer Geschichte mit frischem Blick, ausgelüftetem Hirn und wachem Herz in unser eigenes Leben zurück­zukehren. Deshalb sagte Tolkien, die einzigen, die etwas gegen Eskapismus hätten, seien die Gefängniswärter. Darüber möchten wir mit den Schriftstellern Daniel Kehlmann, Felicitas Hoppe sowie dem Synchronregisseur und Hörspieler Andreas Fröhlich, der deutschen Stimme von Gollum in Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Filme, diskutieren.

Davor ab 16 Uhr: Lesungen von Daniel Kehlmann aus Tyll, Felicitas Hoppe aus Nibelungen und Andreas Fröhlich aus J.R.R. Tolkiens Der Hobbit

 

Büchertisch: Librairie Ernster

Barrierefreier Zugang

Tickets erhältlich vor Ort

Rowohlt

 Tyll, Daniel Kehlmann 

 Tyll Ulenspiegel – Vagant und Schausteller, Entertainer und Provoka-teur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäcker-stochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Drei-ßigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben. 

Ekko von Schwichow / schwichow.de

 Die Nibelungen, Felicitas Hoppe

Ein deutscher Stummfilm

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021

Der Stoff ist unschlagbar: ein Bad in Blut, eine schöne Frau, Gold und ein Mord, der grausam gerächt wird. So klingt das Lied der Nibelungen, die Sage von Siegfried, dem Strahlenden, seinem düsteren Gegenspieler Hagen und der schönen Kriemhild. Aber ist das die wahre Geschichte dieser europäischen Helden, die in Island oder Norwegen beginnt, am Rhein entlang spielt, die Donau runter erzählt wird und schließlich im Schwarzen Meer mündet? Niemand weiß, wie es wirklich war, meint Hoppe und erfindet die Wahrheit: hell und schnell, poetisch und politisch, wie nicht mal Tarantino es kann. Felicitas Hoppes Roman »Die Nibelungen«: Das erste gesamteuropäische Heldenepos der Gegenwart.

Christian Hartmann

Andreas Fröhlich

Andreas Fröhlich wurde 1965 in West-Berlin geboren. 1972 entdeckte man ihn im „Klingenden Haus“ von Ilse Obrich als „Funkkind“ und setzte ihn fortan als Hörspielsprecher beim SFB, bei Produktionen von Kurt Vethake und Ulli Herzog und als Synchronsprecher ein. 1978 wurde er als Bob Andrews für die Hörspielserie „Die drei ???“ engagiert. In den 1980ern erfolgten Fernseh-, Film- und später Theaterauftritte. Fröhlich bezeichnet sich selbst als „Hörspieler“.

2018 gewinnt Andreas Fröhlich den Deutschen Hörbuchpreis

Andreas Fröhlich hat zahlreiche Hörbücher eingelesen, darunter die „Zamonien“-Romane von Walter Moers, „Eragon“ von Christopher Paolini sowie Tad Williams’ Romanzyklus „Das Geheimnis der Großen Schwerter“. Er wurde bereits zwei Mal mit dem Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Bester Interpret“ ausgezeichnet (2010 für „Doppler“, erschienen in der „Edition Handverlesen von Andreas Fröhlich“, sowie 2018 für „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“). 2016 wird ihm zusammen mit Oliver Rohrbeck und Jens Wawrczeck (für „Die drei ???“) der Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises für herausragende Leistungen im Hörbuchgenre verliehen. Mittlerweile hat er in über 500 Hörspielen mitgewirkt.

Andreas Fröhlich ist u.a. bekannt als Synchronsprecher von Edward Norton

Fröhlich schrieb mehrere Fernsehdrehbücher (u.a. für die ZDF-Serie „Siebenstein“) und war als Dialogbuchautor und Dialogregisseur tätig. Ende der 2000er Jahre zog er sich weitestgehend aus diesem Betätigungsfeld zurück. So war Andreas Fröhlich zum Beispiel für die deutsche Synchronfassung von „Per Anhalter durch die Galaxis“, „Mulan“, „Apocalypse Now Redux“, „King Kong“ und die „Herr der Ringe“-Trilogie verantwortlich. Dort übernahm er auch die Rolle des Gollum/Smeagol. 2003 erhielt Andreas Fröhlich den Deutschen Preis für Synchron in der Kategorie „Herausragendes Synchrondrehbuch“ für „Der Herr der Ringe: Die zwei Türme“. In Spielfilmen hört man Andreas Fröhlich weiterhin regelmäßig als Synchronsprecher von Edward Norton (Fight Club, Birdman) und John Cusack (High Fidelity, Being John Malkovich, Never Grow Old).

Marco Goetz

Marco Goetz, Jahrgang 1966, ist Journalist, Italienfan und Bücherwurm aus Leidenschaft. Zu einem Glas Rotwein sagt er nicht nein.

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