Lesungen mit Guy Helminger, Sharon Dodua Otoo, Kristof Magnusson und Mithu Sanyal

Lesungen mit anschließender Diskussionsrunde

Mit Guy Helminger, Sharon Dodua Otoo, Kristof Magnusson und Mithu Sanyal

Moderation: Denis Scheck, Literaturkritiker, Übersetzer und Journalist in Hörfunk und Fernsehen

Foto: Alain Piron

 

Keine Frage, die deutschsprachige Literatur der Gegenwart ist divers wie nie. Längst heißen die Newcomer der Saison nicht mehr nur Müller, Meier, Schmidt, sondern etwa Otoo, Sanyal oder Bazyar. Doch wie farbenblind ist der deutschsprachige Literaturbetrieb wirklich? Haben alle Menschen gleich welcher Hautfarbe, welchen Geschlechts oder welcher ethnischer oder nationaler Herkunft gleiche Partizipationschancen? Was hindert uns daran, ein Upgrade für unser eigenes Denken vorzuführen und darüber nachzudenken, wie unsere Literatur offener werden kann? Darüber möchten wir mit den Schriftstellerinnen Guy Helminger, Kristof Magnusson, Sharon Dodua Otoo und Mithu Sanyal diskutieren.

Ab 15.00 Uhr: 20-minütige Lesungen von

Guy Helminger aus Lärm
Sharon Dodua Otoo aus Adas Raum
Kristof Magnusson aus Ein Mann der Kunst
Mithu Sanyal aus Identitty

Kleine Pausen trennen die einzelnen Lesungen.

Gegen 17.00 Uhr Diskussionsrunde « Rassismus im Literaturbetrieb »

 

Büchertisch: Librairie Ernster

Barrierefreier Zutritt

Tickets erhältlich vor Ort. 

Guy Helminger

Lärm, Guy Helminger

Hat der Psychotherapeut Konrad Schnittweg ein Attentat geplant? Das lässt der Brief vermuten, der in seinem Namen an die Presse ging, bevor er verschwand. Der ermittelnde Beamte Schnok versucht, das Leben des Untergetauchten zu rekonstruieren, um ihm auf die Spur zu kommen. Aber die Befragten, egal ob Ehefrau, Freunde, frühere Kameraden beim Bund oder der recherchierende Journalist, widersprechen sich grundlegend. Für die einen ist Schnittweg der reflektierte, hilfsbereite Zeitgenosse, für die anderen die Widerbelebung des politischen Terrors. Hat Schnittweg, dieser Mann des Wortes, für den das Gespräch immer Teil der Lösung war, sich über die Jahre durch die politischen Verhältnisse in Europa radikalisiert? Oder stand er einem der Befragten im Weg? Ein Motiv hätten einige.

Gunnar Klack

Ein Mann der Kunst, Kristof Magnusson

Ein berühmter Maler, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, Kunstfreunde, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen: eine Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet, so heiter, komisch und wahr, wie es selten zu lesen ist.

KD Pratz ist ein Künstler der alten Schule, der sich jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hat. Seine Bilder werden hoch gehandelt, er ist weltberühmt, hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mit der Welt, verlogen wie sie ist, will er nichts zu tun haben, der eigene Nachruhm aber liegt ihm am Herzen, und so sagt er zu, den Förderverein eines Museums zu empfangen, der den geplanten Neubau ausschließlich seinen Werken widmen will.

Ralf Steinberger

Adas Raum, Sharon Dodua Otoo

Ada erlebt die Ankunft der Portugiesen an der Goldküste des Landes, das einmal Ghana werden wird. Jahrhunderte später wird sie für sich und ihr Baby eine Wohnung in Berlin suchen. In einem Ausstellungskatalog fällt ihr Blick auf ein goldenes Armband, das sie durch die Zeiten und Wandlungen begleitet hat. Ada ist viele Frauen, sie lebt viele Leben. Sie erlebt das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Sharon Dodua Otoos Mut und ihre Lust zu erzählen, ihre Neugier, die Vergangenheit und die Gegenwart zu verstehen, machen atemlos.

Copyright: S. Fischer Verlags. 

Guido Schiefer

Identity, Mithu Sanyal

Nivedita dreht durch. Geboren in Deutschland mit indischem Yater, hat sie sich mit ihrer Professorin identifiziert – aber Identitat, was ist das? Als wiirden Sally Rooney, Beyonce und Frantz Fanon zusammen Sex Education gucken, beginnt die Jagd nach »echter« Zugehorigkeit. Wahrend das Netz Saraswati hetzt und Demos ihre Entlassung fordern, stellt Nivedita ihr in­ timste Fragen: Sind wir einfach wir selbst, oder vor allem Frauen oder Manner, Schwarze oder WeiBe? Kann man WeiBsein loswerden? What’s Sex got to do with it? Mithu Sanyal schreibt mit begliickender Selbst­ ironie und befreiendem Wissen. Den Schleudergang dieses Romans verlasst niemand, wie er*sie ihn betrat.

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